Banner

News

Marathon WM Ornans!

 

08.07.2012     Wow, das waren eindrucksvolle Tage und ein krasses Weltmeisterschafts- Rennen! Ich hatte mich auf einiges gefasst gemacht, aber dieses Rennen hat meine "Erwartungen" um einiges übertroffen! Und trotzdem hat es mir die meiste Zeit Spaß gemacht und ich habe es genossen, für mein Land bei einer Weltmeisterschaft an den Start zu gehen!

Am Donnerstag traf sich das gesamte Team Bulls direkt in Ornans, um die letzten Tage vor der WM in einem perfekten Umfeld und mit großer Professionalität zu gestalten. Ich selbst war voller Vorfreude, es war meine allererste Weltmeisterschaft und trotz der sehr langen Saison habe ich mich im Vorfeld im Training nochmals sehr, sehr gut gefühlt! 

Am Freitag ging es zusammen mit meinen Teamkollegen das erste mal auf die Strecke, wir haben uns die letzten 20 Kilometer angeschaut und ich war beeindruckt! Noch nie hatte ich eine so technische Marathon- Strecke gesehen, aber sie machte viel Spaß und ich war begeistert, schließlich ist das richtiges Mountainbiken, und nicht die stupiden "Kiesweg- Autobahn- Rennen", die oftmals bei deutschen Marathon- Rennen gefahren werden! Das Training lief super und es motiviert mich immer zusätzlich, mit einigen der besten und erfolgreichsten Marathonbikern der Welt im Team zu sein und zusammen Rad zu fahren! Das ist auch jetzt noch immer was ganz besonderes und man versucht natürlich, sich noch das ein oder andere abzuschauen;-)

Das Wetter war am Freitag wie auch am Samstag übberagend, wir hatten blauen Himmel, Sonnenschein und 20 Grad. Trotzdem war die Strecke noch immer sehr feucht und am Samstagnachmittag verbreitete sich die Info, dass es wohl am Sonntag Regen geben wird. Aber das kümmerte mich nicht wirklich, schließlich hatten wir einen absolut geilen Prototyp- Reifen von Schwalbe bekommen, der überragenden Grip hatte! So genoss ich das Feeling bei der WM und das hervorragende französische Essen mit leckerem Käse und gutem Rotwein weiterhin.

Die Vorbereitung lief also perfekt und auch das Samstagstraining, bei dem ich mir die ersten 15 Kilometer angeschaut habe, war sehr gut. Am Sonntagmorgen klingelte der Wecker dann schon um 5: 45 Uhr und die Spannung stieg förmlich an. Beim Frühstück ist jeder ein bisschen ruhiger wie sonst, die üblichen Witze fallen größtenteils aus und jeder hört in diesem Moment wohl in seinen Körper, ob er denn heute bereit ist für die erwünschte Leistung.

Ich habe mich gut gefühlt, die Nervosität hielt sich in Grenzen und auch der Regen draußen änderte daran nichts. Um 8: 45 wurden dann 140 Biker auf die 84 Kilometer lange Reise geschickt, die mit 3300 Höhenmetern gespickt war. Ich stand auf Startposition 102, direkt neben Weltklassefahrern wie Matthias Flückiger oder Maxime Marotte. Hier sollte die UCI für die Zukunft dringend nochmal ihre Startaufstellung überdenken! Es ist sicher schwierig, jedem gerecht zu werden, erst recht wenn Cross Country Fahrer dann bei der Marathon WM starten, aber dass der Weltmeister auf Startplatz 50 steht und auch andere Medaillenkandidaten ganz hinten, das kann nicht sein!

Direkt nach dem Start war es absoluter Krieg, ein 2 Meter breiter Kiesweg mit Schlaglöchern und rießigen Pfützen, enge Kurven und mindestens 130 Fahrer, die ihre Position verbessern wollen;-) So kam es auch zum ein oder anderen Sturz, in die ich aber zum Glück nicht verwickelt war. Ich kam ganz gut durch die Startphase, aber wirklich nach vorne fahren konnte man bei diesem Tempo und dem rießigen Feld nicht. Am ersten Berg fühlte ich mich zwar gut, wie fast immer konnte ich hier aber nicht richtig Druck machen und mich so auch nicht großartig verbessern. Im Downhill gab es dann den ein oder anderen Stau, aber ich spürte, dass ich mit den Bedingungen gut zurecht komme, der Reifen überragenden Grip bietet und ich heute ein gutes Rennen fahren kann.

Am nächsten Berg konnte ich dann richtig Gas geben und Fahrer um Fahrer überholen. Die ersten 45 Kilometer waren ein ständiges Auf und Ab, 4 große Berge, die direkt aufeinander folgten. Flachpassagen gab es auf dem ganzen Kurs quasi keine, und so war nach einiger Zeit auch jeder mehr oder weniger alleine unterwegs, eine Gruppe brachte einem bei dieser Strecke überhaupt nichts.

Das ganze Rennen konnte ich mich dann langsam aber sicher nach vorne arbeiten, wobei ich gehofft habe, gegen Ende noch den ein oder anderen Fahrer mehr zu überholen. Kurzzeitig hatte ich aber Krämpfe im Oberschenkel und musste anhalten und Dehnen. So war die Devise, die letzten 10 Kilometer sicher und kontrolliert zu Ende fahren und nicht mehr zu stürzen. 

Nach 4:50 Stunden überquerte ich dann sehr zufrieden mit meiner kämpferischen Leistung als 36. der Marathon Weltmeisterschaft das Ziel! Hätte es eine U 23 Wertung gegeben, so wäre ich unter diesen Vorraussetzungen U 23 Weltmeister geworden, wobei dann sicher noch einige U 23 Fahrer mehr an der Startlinie gestanden hätten!

Das Rennen war mit Sicherheit das härteste, was ich je gefahren bin. Man musste sich jeden einzelnen Meter mühsam vorwärts kämpfen, berghoch und bergrunter waren 80% der Strecke sehr technisch und schmierig und man hatte keine Sekunde Zeit, sich zu erholen.

Gewonnen hat in überragender Manier der Grieche Periklis Ilias vor dem Deutschen Moritz Milatz und dem tschechischen Europameister Kristian Hynek. Das Team Bulls schaffte mit Thomas Dietsch auf 7 und Tim Böhme auf 9 gleich zwei Top 10 Platzierungen! Stefan Sahm wurde 21. und Karl Platt hatte leider schon im ersten Downhill einen Defekt, welcher ihn später zur Aufgabe zwang.

Somit war es ein erfolgreiches Wochenende für das Team und für mich das letzte Rennen in dieser Saison! Es waren super Tage in Frankreich und ich möchte nochmal ein ganz, ganz großes Dankeschön an jeden einzelnen im Team Bulls sagen, wie immer war alles perfekt!! Ihr seit die Besten!

Die Spannung steigt...

02.02.2012     Die Spannung steigt! Noch 5 Tage bis zu meiner allerersten Weltmeisterschaft- und dann gleich bei den Elite Herren! In Ornans/ FRA geht es am Sonntag ab 8: 45 Uhr richtig zur Sache. Die besten Marathon Mountainbiker der Welt und auch einige Cross Country Spezialisten stehen dann am Start, um über die sehr schwere 84 Kilometer Strecke mit 3300 Höhenmeter den neuen Weltmeister zu bestimmen. 

Um den Weltmeistertitel werde ich mit Sicherheit nicht kämpfen, für mich geht es darum, meine Nominierung zu rechtfertigen und ein gutes Rennen zu fahren! Eine Platzierung zwischen 25 und 30 wäre schon sensationell gut! Die Saison war sehr lang und bei der Trans Zollernalb war ich am 2. und 3. Tag auch sehr müde. Aber der Plan ist auf die WM ausgerichtet und die Trans Zollernalb sollte nur ein gutes Training sein. In den vergangenen Tagen habe ich mich in jedem Training sehr gut gefühlt und deswegen bin ich zuversichtlich, dass die Form nochmal wie geplant zur WM angestiegen ist!

Mit Startnummer 102 wird es für mich am Anfang sicher erstmal darum gehen, Plätze gut zu machen und mich nach vorne zu arbeiten. Wie gut mir das gelingt, wird man sehen, aber davon wird sicher ein wesentlicher Teil des Rennverlaufs abhängen! Hinten hat man immer den Ziehharmonika- Effekt und braucht so schon früh übermäßig viel Kraft, die am Ende dann fehlt. Wir werden sehen...;)

Ich freue mich auf jedenfall auf das Rennen und hoffe sehr, dass auch meine Teamkollegen ein Wort im Kampf um die Medaillen mitreden können! Mit dem Überfahren des Zielstrichs wird meine erfolgreiche Saison 2012 dann beendet sein und ich freue mich dann auf ein paar ruhige und erholsame Wochen.

Also drückt mir am Sonntag die Daumen, ich melde mich wie es gelaufen ist.

Trans Zollernalb vorbei, Weltmeisterschaft ruft

 

25.09.2012     Das waren 3 harte Tage bei der Trans Zollernalb! Aber genau so wollte ich es ja haben, hartes, schnelles Training für die Weltmeisterschaft!

Am ersten Tag ging es mir super und ich hatte richtig gute Beine, besser wie erwartet. Mit der zweiten Gruppe kam ich ins Ziel und war damit 13. In diesem Weltklassefeld konnte ich voll zufrieden sein.

Am zweiten Tag habe ich leider die Temperaturen total unterschätzt und so kühlte mich der Regen, der unmittelbar vor dem Start begann, richtig aus. Mir wurde immer kälter und es zog mir die Energie regelrecht aus dem Körper. Bei ca. 8 Grad und Dauerregen war das einer meiner schlimmsten Tage auf dem Rad. Als ich dann auch noch 10 Kilometer vor dem Ziel einen Plattfuß hatte, war das Desaster perfekt. Mit zitternden Händen brauchte ich einige Minuten, bis der Plattfuß repariert war. Schwer enttäuscht und komplett verfroren kam ich irgendwo als ca. 30 ins Ziel, aber das hatte für mich in diesem Moment überhaupt keine Bedeutung, ich wollte einfach nur noch so schnell wie möglich warme und trockene Klamotten! 

Am Sonntagmorgen hatten wir zum Glück wieder besseres Wetter und so war ich optimistisch, dass es mir heute wieder gut läuft, auch wenn ich mir unsicher war, wieviel "Körner" das gestrige Erlebnis gekostet hatte. Zu Beginn hab ich mich sehr gut gefühlt und deswegen auch versucht, beim ersten Zwischensprint mit reinzuhalten. Leider schaffte ich es nicht ganz ins Preisgeld und wurde 7. Aber nach und nach wurde das Tempo immer höher und meine Beine gefühlt immer schwächer. So hatte ich immer mehr um den Anschluss zu kämpfen und nach der zweiten Sprintwertung musste ich dann am Berg abreißen lassen. In diesem Moment war ich körperlich und mental einfach für 2 Minuten nicht auf der Höhe des Geschehens und so war der Tag gelaufen. Bei diesen Flachetappen hat man als Einzelkämpfer absolut keine Chance. Die Gruppe vorne entfernte sich also kontinuierlich von mir und so wartete ich auf die zweite Gruppe. Meine Motivation war nun ziemlich im Eimer und ich war froh, als das Rennen vorbei war. 

Wenn man erstmal abgehängt ist und die Beine auch nicht mehr die besten sind, dann macht das Rennen fahren einfach nur halb so viel Spaß. Trotz allem glaube ich, dass die Rundfahrt ein gutes Training für die WM war und ich es hoffentlich nochmal schaffe, die Form etwas zu pushen. Ich gehe davon aus, dass ich meine absolute Topform nicht mehr erreichen kann, aber das ist nach 34 Renntagen und dieser langen Saison auch nicht verwunderlich, da ich keinen Neuaufbau für die WM gemacht habe, sondern fast ununterbrochen Rennen gefahren bin. 

Aber ich kann bisher sehr zufrieden sein mit diesem Jahr und würde es deswegen letztendlich auch wieder so machen! Ich freue mich jetzt einfach auf meine erste Weltmeisterschaft und danach dann auch auf die wohlverdiente Ruhepause! Drückt mir die Daumen, dass es im Training die 2 Wochen nochmals gut läuft und ich dann mit einer guten WM meine Saison beenden kann:)

Qualifiziert für die Weltmeisterschaft!

20.09.2012     Jetzt ist es offiziell! Ich werde am 7. Oktober bei der Marathon Weltmeisterschaft in Ornans/ Frankreich am Start stehen! Die Teilnahme an diesem Rennen war eines meiner erklärten Saisonziele und deswegen bin ich natürlich sehr glücklich. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich es schaffe, dort nochmals mit Topform anzutreten. Die Saison ist mittlerweile schon sehr lange, bei mir 31 Renntage, und das habe ich vor zwei Wochen deutlich gespürt, als der Körper sehr müde war und laut nach einer Pause gerufen hat. 

Ich werde jedenfalls alles probieren, die Form nochmal nach oben anzuheben, für dieses Ziel habe ich auch den Bundesliga- Lauf in Bad Salzdetfurth quasi geopfert, da ich in der Vorwoche viele Grundlagenkilometer abgespult habe und dann kurz vor dem Rennen noch ein Krafttrainingsprogramm. Natürlich war die Hoffnung, dass ich in Bad Salzdetfurth trotzdem gut fahre da, aber nach so einem Training war es nicht verwunderlich, dass der Körper einerseits müde war und andererseits im langsamen Grundlagen- Modus. So konnte ich im Rennen einfach nicht richtig schnell fahren, und entschied mich daraufhin, das Rennen nach 3 Runden zu beenden. Eigentlich ist das überhaupt nicht meine Art und Weise, aber in diesem Fall war es vermutlich sinnvoller, nicht noch mehr Kräfte zu verschwenden und das Ergebnis, das ich mir erhofft hatte, war leider sowieso längst unerreichbar.

Diese Woche habe ich jetzt nochmals ein Kraft-Programm gemacht, so dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass ich auch bei der Trans Zollernalb, einer 3 Etappenfahrt, die morgen beginnt, nicht ganz fit bin. Wenn der Plan aufgeht, dann hole ich mir mit diesem Rennen jetzt vorallem noch mal Schnelligkeit und Rennhärte und dazu werd ich mich wohl richtig "schleifen lassen", um dann nach einer Erholung hoffentlich mit sehr guter Form nach Ornans fahren zu können. Alles für die WM also;)

Ich bin gespannt wie es mir die nächsten 3 Tage gehen wird, und freue mich sehr auf das Rennen. Bei der Startliste kommt auch schon WM Feeling auf, vom amtierenden Weltmeister und seinem Vorgänger, ausnahmslos allen deutschen Topfahrern und einigen weiteren internationalen super starken Fahrern ist alles da.

Comeback im CC

06.09.2012     Am vergangen Wochenende gab ich mein Comeback im großen Cross Country Zirkus. Nach dem Bundesligaauftakt in Münsingen im April war ich bis auf die Baden Württembergische Meisterschaft und den BMC Cup in Davos, beides also keine großen Events, kein Cross Country mehr gefahren. Nunja, es lief ganz gut aber nicht überragend. Wiederholt habe ich die Bestätigung bekommen, dass es insgesamt für mich mit Sicherheit die richtige Entscheidung war, auf den Marathonbereich zu setzen. Mit einem dummen Sturz in der 2. Runde verlor ich das gute Hinterrad von Chrissi Pfäffle. Nach 5 Runden auf dem durch den brutalen Matsch sehr schwierigen Kurs finishte ich als 12. und damit 4. bester Deutscher. Wie für einen Marathonfahrer zu erwarten konnte ich das ganze Rennen über ein konstantes Tempo fahren, aber auch nicht mehr. Die Fähigkeit, für kurze Zeit mal richtig über sich hinaus zu gehen und das Tempo zu steigern fehlt einem dann einfach..Gerade deswegen wäre ein Hinterrad wie das von Chrissi super gewesen, dann fällt es einem einfach leichter sich zu quälen und diese Grenze zu überschreiten..

Übernächstes Wochenende steht das Bundesliga Finale in Bad Salzdetfurth an, bevor mit der dreitägigen Trans Zollernalb die finale Vorbereitung auf die WM beginnt. Ich hoffe, meine Substanz reicht noch aus nach dieser langen und harten Saison und ich kann meine Form nochmals etwas stabilisieren. Im Moment spüre ich die Strapazen der vergangenen Wochen doch ganz schön heftig..

Weitere Beiträge...